Die MLP Academics Heidelberg verlieren auf dramatische Art und Weise nach großem Kampf und zweifacher Verlängerung mit 96:99 (Q1 18:16 / Q2 16:18 / Q3 21:19 / Q4 19:21 / OT 1 8:8 / OT 2 14:17) bei den NINERS Chemnitz. Topscorer wird Marcel Keßen mit neuem Career High von 26 Punkten. Für die Jungs vom Neckar geht es nach dem anstehendem FIBA-Break am Freitag, den 6. März, um 18:30 Uhr mit dem Heimspiel gegen ALBA BERLIN weiter. Alle Spiele der MLP Academics Heidelberg live und auf Abruf bei Dyn.
Ohne Michael Weathers (krank) und Samuell Williamson (Knie) starten die Jungs vom Neckar mit dem wieder genesenen DJ Horne, Eric Reed, Ryan Mikesell, Marcel Keßen und Osun Osunniyi. Es entwickelt sich ein munteres Spiel, insgesamt fallen eher weniger Punkte, das Scoring ist auf Heidelberger Seite auf mehreren Schultern verteilt. Die Jungs vom Neckar stehen defensiv gut, machen den NINERS das Leben und die Abschlüsse schwer. Auf der Gegenseite fallen offensiv jedoch zu wenige Würfe, vor allem von der Dreierlinie sind die Academics zur Halbzeit eiskalt und treffen lediglich einen von insgesamt acht Versuchen.
Mitte des zweiten Viertels verwandelt Mateo Seric den Ball zur höchsten Heidelberger Führung, mit 3:45 auf der Uhr bittet Chemnitz beim Stand von 22:29 aus Sicht der Gastgeber zur Auszeit. Es folgt ein 7:0-Lauf und somit der erneute Ausgleich. Im Gegenzug sind es dann knapp eineinhalb Minuten vor der Halbzeit die Heidelberger mit der nächsten Auszeit, um den Lauf der Hausherren zu stoppen. Es bleibt insgesamt eine Partie auf Augenhöhe, nahezu identische Werte in den meisten Statistikkategorien, so wie auch im Scoring – 34:34.
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit gelingt es den Academics nicht, offensive Konstanz auf das Parkett zu bringen. Der Dreier will weiterhin nicht fallen, zu Beginn des Viertels nutzen die Heidelberger 2:40 punktelose Chemnitzer Minuten selbst für lediglich zwei weitere Punkte und schaffen es nicht, in dieser Phase in Führung zu gehen. Mitte des dritten Viertels ist es dann Marcel Keßen, der den Bann bricht und per erfolgreichem Dreier für den erneuten Führungswechsel sorgt. Mateo Seric lässt zwei weitere Dreier folgen, stellt auf eine knappe Vier-Punkte-Führung und zwingt die NINERS zur Auszeit.
Es bleibt so unfassbar eng in dieser Partie, die Führung wechselt unzählige Male hin und her. Nach einer Durststrecke auf beiden Seiten laufen beide Teams aus dem Nichts heiß und ein nervenstarker Wurf folgt dem nächsten. Ein Dreier nach Chemnitzer Auszeit folgt ein Ballverlust der Jungs vom Neckar, der für schon fast sichere Chemnitzer Punkte sorgt, doch Osun Osunniyi kommt mit einem Monsterblock angeflogen und hält die Academics im Spiel. Im folgenden Angriff verfehlt DJ Horne, doch Eric Reed stellt mit einem starken Tip-In auf 74:74, noch 15 Sekunden auf der Uhr. Der letzte Angriff der NINERS verfehlt sein Ziel, dieser Nervenkrimi geht in die Verlängerung.
Was ist das für eine Partie?! Der Nervenkitzel ist von Minute eins spürbar, die Verlängerung geprägt von Fehlern auf beiden Seiten. Bei den Heidelbergern fallen im Laufe der ersten Overtime zu allem Übel auch noch Ryan Mikesell (umgeknickt) und DJ Horne (Krampf) aus, sodass die letzten Minuten ohne die beiden Anführer bestritten werden müssen. Der offensive Motor kommt ins Ruckeln, Würfe fallen nicht, die 24-Sekunden-Uhr läuft ab, am Ende steht nach der ersten Overtime erneut ein Ausgleich – 82:82.

Stehend k.o. und weiterhin ohne DJ Horne und Ryan Mikesell, schultern in der zweiten Verlängerung mehrere Heidelberger die Verantwortung auf ihren Schultern. Marcel Keßen stellt mit zwölf Sekunden auf der Uhr per Dreier auf +1. In der anschließenden Situation entscheiden die Schiedsrichter nach dem Instant Review auf Chemnitzer Ball. Die Gastgeber besiegeln per Dreier mit Foul durch Corey Davis Jr. die schmerzhafte 96:99-Niederlage der Heideberger.
„Es war ein unglaublich enges Spiel mit 23 Führungswechseln und als die Zeit nach zwei Verlängerungen ablief, hatte Chemnitz den einen entscheidenden Treffer mehr auf seiner Seite. Dennoch bin ich sehr stolz darauf, wie wir uns heute trotz aller Umstände und Verletzungen präsentierten. Vielleicht haben wir ein zwei Chancen verpasst, auch mal etwas weiter davonzuziehen. Aber sobald Chemnitz ein kleiner Lauf gelang, sind wir immer wieder zurückgekommen. Wir haben großartig gekämpft und können sehr viel Gutes aus diesem Spiel mitnehmen.“ – Danny Jansson, Headcoach der MLP Academics
„Unsere Mentalität war gut heute, wir sind das ganze Spiel über positiv geblieben. Auch wenn die anderen mal einen kleinen Run hatten, wir sind weiter drangeblieben. Wir haben unser Game gespielt, das sah zum Teil sehr gut aus, gerade in der Verteidigung. Am Ende fallen uns die Leute weg und wir haben es trotzdem geschafft, dranzubleiben und das Spiel eng zu gestalten. Chapeau an die Mannschaft, wir haben das alle sehr gut gemacht heute. Da müssen wir weiter machen, wir haben gezeigt, dass wir es können – die letzten Wochen immer wieder. Aber es ist natürlich sehr bitter, dass wir hier verlieren.“ – Marcel Keßen
Eva Birkelbach
MLP Academics Heidelberg
Medien und Kommunikation
Foto: René Hudl