9. Januar 2026

Fan Q&A: Eure Fragen – unsere Antworten

Ihr habt über unsere sozialen Kanäle einige Fragen an Alex Vogel (Sportlicher Leiter), Danny Jansson (Headcoach) und Matthias Lautenschläger (geschäftsführender Gesellschafter) gestellt. Einige davon werden die drei im Folgenden beantworten.

Finanzieller Spielraum für Nachverpflichtungen

Matthias: Unser primäres Ziel ist es, in der Liga zu verbleiben. Wir setzen alles daran, die bestmöglichen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Die finanzielle Lage zu Beginn der Saison war solide, jedoch hat sich die Situation durch die Nachverpflichtungen und die geringere Zuschauerzahl in der SAP Arena etwas angespannt. Dennoch sind wir nach wie vor in der Lage, flexibel zu reagieren und notwendige Maßnahmen zu ergreifen

Trennung Marcus Weathers und aktueller Stand Michael Weathers

Was waren die Gründe für Marcus Weathers Entlassung? Was hat denn nicht gepasst? Seine Spielweise und Skills waren vorher bekannt und wurden als sinnvolle Ergänzung angesehen.

Matthias/Alex: Die Vertragsauflösung hat Michael emotional sehr getroffen. Dies konnte man in der SAP Arena unschwer erkennen. Ihn nicht mit nach Ludwigsburg mitzunehmen, war eine bewusste Entscheidung: in seinen und dem Sinne der Mannschaft.

Wir stehen in engem Kontakt mit ihm und seinen Beratern. Weitere Informationen können wir derzeit leider nicht dazu nicht geben. Es ist nicht realistisch, einen Spieler seines Formats langfristig an den Verein zu binden. Die vorzeitige Vertragsverlängerung in der vergangenen Saison war für uns ein wichtiger Schritt hinsichtlich der Planung für die aktuelle Spielzeit, da Michael eine unglaubliche sportliche Qualität mitbringt. Auch deshalb weckt er immer wieder Begehrlichkeiten anderer Teams. Die Verpflichtung von Marcus war aus verschiedenen Gründen sinnvoll. Seine Stärken im Post, seine Passqualitäten sowie seine athletischen und physischen Qualitäten passen auf dem Papier gut zu unserem Spielstil. Dennoch haben es beide Seiten nicht geschafft, das Potential gewinnbringend für das Team einzusetzen. Während einer Saison entstehen Dynamiken, die oftmals schwer planbar sind und auf die reagiert werden muss. Das haben wir getan. Uns war natürlich zu jedem Zeitpunkt bewusst, dass die personelle Konstellation von sensibler Natur ist.

Ich kann die schwierige Situation von Michael verstehen und möchte die Entlassung von Marcus gar nicht kritisieren, aber gibt es einen Plan B, falls Michael nicht mehr spielen wird?

Alex: Wir haben immer verschiedene Optionen im Kopf. Uns ist klar, dass die aktuelle tabellarische Situation schlecht ist und sich einige Dinge schnellstmöglich verbessern müssen. Dennoch ist uns auch bewusst, dass ein unüberlegter Schnellschuss nichts bringt. Aufgrund der derzeitigen Marktsituation ist es nicht einfach, sich sinnvoll zu verstärken. Auch sind in vielen Teams die Verträge einzelner Spieler (nicht bei uns) an einen internationalen Wettbewerb gebunden. Manchmal ergeben sich zudem „kurzfristig“ Möglichkeiten, wie bei Ryan, dessen Einfluss schon jetzt sichtbar und von enormer Bedeutung ist.

Transparenz, Spielerverletzungen, Merchandising und Ticketing

Matthias: Ich kann den Wunsch nach mehr Transparenz gut nachvollziehen. In den letzten Wochen habe ich an mehreren Stellen wahrgenommen, dass Ihr mehr Informationen über die Vorgänge im Verein wünscht. Wir haben bereits Schritte unternommen, um dies zu verbessern (Beispiel: Williamsons Verletzung). Es gibt jedoch auch ab und an taktische Überlegungen, die berücksichtigen müssen, dass nicht immer alle Informationen vor einem Spiel offengelegt werden können. Wenn zwei oder drei Spieler kurzfristig krankheitsbedingt ausfallen, könnte das Wissen darum die taktischen Überlegungen des Gegners beeinflussen. Wie stark dieser Einfluss tatsächlich ist, lässt sich schwer beurteilen. Prinzipiell finden sich Informationen zu verletzten Spielern immer in unserem Spielbericht nach jedem Spiel. Wir haben jedoch Euren Wunsch gehört und nehmen ihn ernst. Daher werden wir versuchen, Euch im Rahmen unserer Möglichkeiten und entsprechend der Sinnhaftigkeit so schnell und umfangreich wie möglich zu informieren.

Matthias: Alle Dauerkarteninhaber haben, je nach Art ihrer Dauerkarte (All In, BBL, Pokal usw.), für die jeweiligen Wettbewerbe ein Vorkaufsrecht für alle weiterführenden Spiele, wie beispielsweise Play-Ins und Playoffs. Wenn ein Fan beispielsweise eine Dauerkarte für die BBL erworben hat, gilt das Vorkaufsrecht jedoch nicht für Spiele der Basketball Champions League.

Abstiegskampf

Gibt es allgemein ein Sportpsychologen, der das Team betreut? Ist ja im Profisport heutzutage fast alltäglich und in einer Stadt wie Heidelberg mit Sicherheit auch möglich?

Alex: Die Spieler haben seit vergangener Saison die Möglichkeit, sportpsychologisch Betreuung in Anspruch zu nehmen. Dem gesamten Klub ist bewusst, dass dieses Feld immer wichtiger wird. Dementsprechend stellen wir diese Option den Spielern zur Verfügung.

Woran glaubt ihr liegt der 18. Tabellenplatz? Letztes Jahr (und die Mannschaft ist zu ca. 80% gleichgeblieben) war es doch auch besser.

Danny: Es gibt für unsere aktuelle Situation sicherlich nicht nur einen Grund. Wir haben von Anfang an mit verschiedenen Details Probleme gehabt. Dazu kamen bereits in der Preseason einige Verletzungen. Auch haben wir es bisher nicht geschafft, Konstanz in unseren Leistungen zu haben. Dass wir bereits zu Beginn viele knappe Spiele verloren haben, erschwert auch die mentale Verfassung einzelner Spieler bzw. des Teams. Ehrlicherweise müssen wir auch sagen, dass wir uns auf den internationalen Wettbewerb zwar gut vorbereitet haben. Am Ende war es aber dennoch eine neue Erfahrung für alle. So hatten wir auch von der Energie her immer wieder Schwierigkeiten. Vergangenes Jahr liefen einige Dinge in unsere Richtung, sodass Ergebnisse und auch das Momentum auf unserer Seite waren. Dieses Jahr läuft es genau andersrum.

Matthias: Unser oberstes Ziel ist es, einen Abstieg mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu vermeiden. Gleichzeitig entwickeln wir – wie in den vergangenen Spielzeiten – auch kontinuierlich einen Plan B. Im Falle eines Abstiegs sehen wir unsere Existenz somit nicht gefährdet, und ein zeitnaher Wiederaufstieg wäre unser klares Ziel. Da jedoch auch in der ProA unvorhersehbare Ereignisse eintreten können und sich der Wettbewerb in den letzten Jahren stark entwickelt hat, bleibt ein direkter Wiederaufstieg zwar unser Ziel, aber nicht garantiert.

Champions League

Wäre es nicht besser die Champions League Playoffs abzuschenken, um sich voll auf den Klassenerhalt zu konzentrieren?

Alex: Die Mannschaft hat alles versucht, um auch weiterhin in der Champions League dabei zu sein. Leider haben wir in zwei kämpferisch guten Spielen gegen Nymburk keine Ergebnisse erzielen können und sind ausgeschieden. Nun können wir uns voll auf die BBL konzentrieren, was sicherlich auch Vorteile hat.

Matthias: Insgesamt ziehen wir aus der Teilnahme an der Basketball Champions League ein positives finanzielles Fazit. Besonders im Fall eines Weiterkommens in die „Round of 16“ wäre dies spürbar gewesen. Allerdings war das Spiel in der GBG Halle, für das wir uns nochmals bei unseren Logistikpartnern Fels und Nosta, der Stadt Mannheim und der SG Mannheim bedanken möchten, ohne die das gar nicht möglich gewesen wäre, finanziell nachteilig. Es ist schwer zu sagen, ob die Mehrbelastung für die Mannschaft mittelbare Folgen hatte, die zu zusätzlichen Kosten führten. Dennoch bleibt das finanzielle Gesamtbild überwiegend positiv.

Sportliche Themen

Welches Saisonziel wird von Seiten der Academics gesehen, nach den „verkorksten“ ersten Spielen?

Alex: Es geht nun ausschließlich darum, auch in der kommenden Saison BBL-Basketball in Heidelberg zu haben.

Wie wird versucht, die Perimeter Defense, besonders im P+R zu verbessern? Dort lassen wir zum Teil hohe Dreierquoten von 40% zu? Ansonsten steht die Defense ja sehr gut

Danny: Unsere Philosophie hat das Ziel, lange Closeouts und offene Distanzwürfe zu verhindern. Kommt dies dennoch vor, haben wir in unserer defensiven Ausführung einen Fehler gemacht. Jedoch habe ich auch das Gefühl, dass die Gegner viele ihrer Dreier aus Off-Screen Aktionen sowie in Transition kreieren. Wir arbeiten an diesen Dingen täglich. Am wichtigsten ist allerdings, dass wir einfache Körbe wie Layups oder Abschlüsse nach Offensiv Rebounds verhindern. Offensichtlich haben wir in all diesen Bereichen viel Raum für Verbesserung.

Wie sieht es mit der Jugend/Nachwuchsarbeit aus!? Wollen wir langfristig eigene Talente groß machen und Ihnen dafür auch die nötigen finanziellen Mittel sowie Einsatzzeit geben? Unterstützen wir die Entwicklung junger Talente?

Alex: Die Entwicklung im Nachwuchsbereich ist sehr vielversprechend. Die Kooperation mit Speyer läuft sehr gut an. Hier profitiert vor allem Noah dieses Jahr extrem. Weitere Spieler sollen hier in Zukunft folgen. Johannes Hübner macht einen sehr guten Job und verbessert die Nachwuchsarbeit in unserem Klub ganzheitlich. Das beginnt im Mini-Bereich, geht über die JBBL und NBBL und endet bei der Regionalliga-Mannschaft. Wir haben zahlreiche junge und sehr engagierte Trainer. Dennoch, und das ist immer wieder zu betonen, Nachwuchsarbeit ist ein Prozess, der Geduld bedarf und Zeit in Anspruch nimmt, um nachhaltig Erfolge zu erzielen. Ziel ist es natürlich, mehr und mehr Spieler aus dem eigenen Programm in die BBL zu führen.

Wird man (Ligaunabhängig) den Vertrag mit Danny verlängern (das eine Jahr Option) oder sucht man einen neuen Trainer?

Matthias: Wir stehen, wie man unschwer erkennen kann, hinter Danny. An einen Abstieg wollen wir jedoch jetzt noch nicht denken, sondern alle Energie und Mühe in den Klassenerhalt stecken.

Warum spielt plötzlich Niklas Würzner in der Starting 5 und davor hat er die gesamte Saison fast keinen Einsatz gehabt. Auf seiner Position gibt es Alternativen. Nicht dass ich ihn nicht spielen sehen möchte aber erst gar Einsatz und dann plötzlich Starting 5?

Danny: Offensichtlich machen wir uns über die Rotation jeden Tag Gedanken. Zwar hat Niki vergangene Saison und auch dieses Jahr bisher nicht viel gespielt. Dennoch hatte ich nie das Gefühl, dass er uns zu einer bestimmten Zeit nicht helfen kann. Er ist mit uns jeden Tag im Training und hilft uns auch bei Dingen, die an Spieltagen nicht sichtbar sind. Da uns derzeit einige Spieler fehlen, bin ich mir sicher, dass uns Niki mit seiner Erfahrung und Präsenz helfen kann.

Warum dürfen die jungen Spieler nicht spielen? Unsere Stamm Spieler sind teilweise im Spiel stehend K.o. und die Alternativen auf der Bank werden trotzdem nicht eingewechselt.

Danny: Ich bin nicht ganz sicher, auf welches Spiel du dich beziehst. Zuletzt hatten wir einige Partien, bei denen uns maximal acht Spieler zur Verfügung standen. Laut den BBL-Regularien müssen mindestens zehn Spieler pro Team an einem Spieltag im Roster stehen. Zuletzt hatten wir deshalb auch Spieler im Kader, die noch nicht wirklich bereit waren beziehungsweise nur limitierte Minuten spielen konnten. Jeder kennt mich als Coach und weiß, dass ich gerne mit mindestens zehn Spielern, oft sogar mit elf oder zwölf Spielern rotiere – gerade, wenn das Team in zwei Wettbewerben gleichzeitig vertreten ist. Daher ist es sehr unglücklich, dass wir unsere Rotation so häufig kürzen mussten.

Einlaufshow SNP dome

Matthias: Wir hatten zu Beginn der Saison technische Probleme, die jedoch bereits im zweiten Heimspiel behoben werden konnten. In der Basketball Champions League sind die Vorgaben sehr viel stringenter, weshalb wir dort nicht unsere gewohnte Einlaufshow machen dürfen. Übrigens sind dort leider auch keine Einlauf-Kids gestattet.

Matthias: Die Soundanlage sowie die gesamte Veranstaltungsproduktion sind Themen, die wir sehr ernst nehmen. Wir stehen im konstruktiven Austausch mit dem Betreiber des SNP domes, um Verbesserungen zu erzielen. Leider entspricht das derzeitige Klangerlebnis nicht den Anforderungen einer Veranstaltung mit über 4.000 Zuschauern. Obwohl wir regelmäßig zusätzliches Equipment mieten, ist dies nicht ausreichend, und wir arbeiten an einer dauerhaften Lösung zur Qualitätsverbesserung.

Das Thema Beleuchtung liegt in unserer Verantwortung als Mieter. Auch wir sind der Meinung, dass wir in diesem Bereich investieren müssen, um das visuelle Erlebnis zu verbessern. Nach dem Aufstieg in die BBL hatten wir jedoch zunächst andere Prioritäten, die wir angehen mussten. Wir werden die Vorschläge, wie beispielsweise den Einsatz von Licht während der Timeouts oder die Möglichkeit eines Bildschirmwürfels in der Mitte des Domes, ebenfalls in Betracht ziehen oder tun das bereits.

Spiele in der SAP Arena

Matthias: Ich betone immer wieder, wie wichtig die Spiele in der SAP Arena für unseren Standort waren und weiterhin sein werden. Wenn wir diese Saison außer Acht lassen, in der wir aus logistischen Gründen gleich zwei Spiele dort ausgetragen haben, können wir auf eine erfolgreiche Bilanz zurückblicken. Der Zuschauerschnitt im SNP dome hat sich nach dem ersten Eventspiel in der Saison 2022/2023 um über 1.000 Zuschauer erhöht, und der Name der Academics ist in der Region nachhaltig deutlich bekannter geworden.

Wir werden auch in Zukunft in Erwägung ziehen, einzelne Spiele in der SAP Arena auszutragen. Dort haben wir nicht nur unser einziges Heimspiel gegen den FC Bayern Basketball gewonnen, sondern auch beim ersten Event nur knapp mit vier Punkten verloren.

Gleichzeitig möchte ich betonen, dass wir aus unseren Erfahrungen gelernt haben. Unser Ziel bleibt es, Basketball aus Heidelberg in der Metropolregion groß zu machen. Dazu gehört manchmal auch, diesen großartigen Sport außerhalb Heidelbergs zu präsentieren und auf einer größeren Bühne zu spielen.

Sonstige Themen

Wäre es möglich öfter Fan Feste zu machen, da dies die Bindung zwischen Verein – Spieler – und Fans stärkt?

Matthias: Gegenvorschlag: wir machen mal ein Fantreffen in den kommenden Wochen und erarbeiten ein paar Ideen, wie man die Bindung weiter stärken kann. Wir sind hierfür definitiv offen und begrüßen diesen Ansatz.

Gibt es Pläne, die personelle Struktur rund um die Mannschaft auszubauen (z.B. Athletiktrainer, mentale Betreuung, individuelles Coaching)?
Mit dem wachsenden Kader erscheint eine Erweiterung des Betreuerteams notwendig, um eine Betreuung auf dem Niveau etablierter BBL-Vereine sicherzustellen.

Matthias: Unser Team wächst kontinuierlich und ist gut aufgestellt. Allerdings sind nicht alle Beteiligten rund um die Mannschaft so sichtbar wie das unmittelbare Trainerteam. Insgesamt arbeiten wir auf einem soliden Niveau, aber das bedeutet nicht, dass wir nicht weiterhin wachsen und uns verbessern wollen, um die Betreuung auf das Niveau etablierter BBL-Vereine zu heben.

Haben wir wirklich auch dafür gestimmt, dass das Final Four in München stattfindet? Wenn ja, warum?

Matthias: Ja, wir haben tatsächlich zugestimmt, dass das Final Four in München stattfindet. Die easyCredit BBL suchte nach einem dauerhaften Standort für dieses prestigeträchtige Event und orientierte sich dabei unter anderem am Erfolgsmodell der Handballer. Allerdings sind viele große Arenen nicht immer in der Lage, ein ganzes Wochenende zur Verfügung zu stehen, und einige andere Standorte schieden aus wirtschaftlichen Gründen aus. München hat sich als geeigneter Standort herauskristallisiert, auch wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die ausrichtende Stadt häufig einen Teilnehmer im Final Four stellt, der dann einen Heimvorteil hat. Dennoch war es am Ende auch aus unserer Sicht die richtige Entscheidung.

Wir bedanken uns bei eurer regen Teilnahme an diesem Q&A. Das unterstreicht, wie viel Euch an diesem Verein liegt. Um Eurer Leidenschaft gerecht zu werden, haben wir uns entsprechend viel Zeit genommen, Eure Fragen bestmöglich zu beantworten.