Die MLP Academics Heidelberg können ein starkes erstes Viertel gegen Science City Jena nicht über die Ziellinie bringen und verlieren nach großem Kampf und in der Verlängerung mit 79:81 (Q1 22:5 / Q2 21:25 / Q3 16:17 / Q4 10:22 / OT 10:12). Topscorer wird Mateo Seric mit 17 Punkten. Im letzten Heimspiel der Saison am Sonntag, den 10. Mai, verabschieden sich die Heidelberger gegen RASTA Vechta aus der Saison 2025/2026. Alle Spiele der MLP Academics Heidelberg live und auf Abruf bei Dyn.
Die Academics erwischen den besseren Start, sind defensiv unheimlich aggressiv, vor allem Michael Weathers zeigt seine Qualitäten und hetzt seinen Gegenspieler über das Parkett. Knapp 60 mitgereiste Fans machen schon weit vor Tip-Off Lärm für 600 und pushen das Team immer weiter nach vorne. Beim Stand von 16:4 nach sechseinhalb gespielten Minuten wird Mike Taylor nach dem nächsten erfolgreichen Dreier von Mateo Seric zur Auszeit gezwungen. Die Jungs vom Neckar spielen das wohl beste erste Viertel in dieser Saison, erlauben Jena lediglich fünf Zähler in den ersten zehn Minuten – drei davon an der Freiwurflinie. Mit 22:5 und jeder Menge Biss, Hustle, Energie und Emotionen geht es in die erste Viertelpause. Sieben Offensivrebounds unterstreichen den Einsatz der Heidelberger.

Nach einem so guten ersten Viertel misslingt der Start in die zweiten zehn Minuten zunächst vollends. Ein 0:7-Lauf lässt Jena wieder herankommen und bringt die Halle zurück. Doch die Academics werden nicht nervös, zeigen Resilienz und antworten ihrerseits mit einem 5:0-Lauf. Die Jungs vom Neckar spielen offensiv immer wieder wunderschön zusammen. Niklas Würzner verteilt einen Assist nach dem anderen, steht zur Pause bereits bei sechs Vorlagen. Der Teamgeist bei den Heidelbergern ist spürbar – auf und neben dem Feld. Jede gute Aktion, jeder Kampf um den Ball wird lautstark bejubelt. Weil Jena im zweiten Viertel zu oft in die Zone vordringt und dort einfache Punkte erzielen kann, können sie die Heidelberger Führung zur Halbzeitpause leicht schmelzen lassen. Mit 43:30 geht es aus Sicht der Academics in die Kabine.
Die Heidelberger kommen besser aus der Pause, starten einen 7:0-Lauf und können zwischenzeitlich auf 20 Punkte davonziehen. Doch Jena gibt sich nicht auf, weiß selbstverständlich um die Bedeutung dieses Spiels und kämpft sich Punkt für Punkt zurück. Die Academics können in der Zone vor allem Will McNair zu selten stoppen und so schmilzt die Führung erneut auf 59:47 vor den letzten zehn Minuten.
Die Nervosität auf und neben dem Parkett steigt im Schlussviertel, Jena startet stark, kämpft sich Punkt für Punkt zurück und gleicht mit 1:26 Minuten auf der Uhr erstmals seit dem 0:0 wieder aus. Wenige Augenblicke ist es ein zweiter, schwieriger Dreier, der ihnen die erste Führung der Partie ermöglicht. Es ist ein Spiel auf Messers Schneide, in dem die Heidelberger auch den direkten Vergleich (-4) im Hinterkopf haben. Beim Stand von 69:69 nehmen die Jungs vom Neckar im letzten Angriff einen ganz hohen Wurf, der sein Ziel verfehlt, um möglichst viel Zeit von der Uhr zu nehmen. Der nachfolgende Wurf von Jena trifft sein Ziel nicht und den Academics bleiben fünf weitere Minuten, um den direkten Vergleich für sich zu entscheiden und diese Partie zu gewinnen.
Es bleibt weiter unheimlich eng, Jena trifft ausgerechnet in dieser Phase immer wieder starke Würfe von außen, Heidelberg lässt sich auch nicht abschütteln, hat jedoch kein Glück mehr beim Abschluss. Beim Stand von 80:77 geht Mateo Seric für zwei Freiwürfe an die Linie, trifft den ersten und kann den zweiten nicht so werfen, dass die Academics sich den Rebound sichern, sondern verwandelt auch diesen Versuch – 80:79. Und das Ergebnis dreht sich nicht mehr. Die MLP Academics Heidelberg verlieren ein umkämpftes Spiel in der Verlängerung mit 79:81 und stehen als sportlicher Absteiger fest.
„Wir sind wirklich traurig. Mehr kann ich im Moment dazu nicht sagen. Wir haben das Spiel wahrscheinlich am Ende des dritten Viertels verloren, als wir statt mit 18 Punkten Vorsprung nur mit 13 Punkten Vorsprung in die Pause gingen. Dann ging es am Ende des vierten Viertels und in der Verlängerung natürlich nur noch um einzelne Spielzüge und darum, welche Mannschaft als Erste die Führung übernehmen konnte. Das ist alles, was ich dazu sagen kann. Ich denke, 34 Minuten lang haben wir besser gespielt als Jena, aber am Ende gehen wir hier mit einer Niederlage vom Platz. Wenn man verliert, muss man dem Gegner gratulieren. Ich wünsche ihnen viel Glück. Jetzt haben wir das letzte Heimspiel, wir wollen vor unseren Fans mit der richtigen Einstellung und der richtigen Mentalität abschließen.“ – Carlo Finetti, Headcoach der MLP Academics.
„Es war für uns alle eine emotionale Saison. Ich meine, wir haben heute alles gegeben, und es lag nicht an mangelndem Einsatz. Wir konnten einfach nicht so konstant spielen, wie wir es uns gewünscht hätten. Hut ab vor Jena, sie waren in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft und haben es geschafft, gegen uns zurückzukommen. Aber jetzt gibt es nicht mehr viel zu sagen.“ – Ryan Mikesell.
Eva Birkelbach
MLP Academics Heidelberg
Medien und Kommunikation