6. Oktober 2026

Courtgeflüster mit Gabriele Grazzini

[Originalversion in Englisch unter der deutschen Übersetzung]

Wenn ich auf unsere ersten drei ProA-Spiele zurückblicke, können wir mit den Ergebnissen zufrieden sein – aber noch mehr damit, wie die Mannschaft diesen Saisonstart angenommen hat.

Drei Spiele, drei Siege – sicherlich ein guter Start, aber eben nur der erste Schritt. Der Weg vor uns ist noch lang, und unsere Aufgabe besteht jetzt darin, Gewohnheiten und Identität zu entwickeln und ein immer klareres Gefühl dafür zu bekommen, welche Art von Mannschaft wir werden wollen.

Diese ersten Spiele haben uns bereits auf sehr unterschiedliche Weise gefordert. In Tübingen mussten wir ruhig bleiben und das Spiel Ballbesitz für Ballbesitz lesen. Gegen die ETB Miners bestand die Herausforderung darin, ernsthaft und diszipliniert zu bleiben, auch wenn sich das Spiel deutlich in unsere Richtung entwickelte. Von Freitag bis Sonntag mussten wir dann schnell umschalten, regenerieren und uns taktisch auf ein völlig anderes Team der OrangeAcademy vorbereiten – inklusive Auswärtsfahrt. Besonders gefreut hat mich, wie schnell wir uns darauf eingestellt haben.

Als ältestes Mitglied unserer Coaching-Gruppe bringe ich natürlich auch etwas mehr Erfahrung mit. Einen Teil meiner Rolle sehe ich darin, Perspektive zu bewahren, für Balance zu sorgen, wenn die Emotionen steigen, und – wann immer möglich – über den einzelnen Moment hinaus das größere Bild im Blick zu behalten.

Was mir sehr schnell aufgefallen ist: Jeder geht die tägliche Arbeit mit großer Ernsthaftigkeit an. Unser Staff arbeitet mit einem echten Verantwortungsgefühl, und das schafft ein stabiles Umfeld für die Mannschaft.

Mein erstes Heimspiel war etwas Besonderes. Die Präsentation im SNP dome ist schon eine kleine Show, aber für mich entsteht die stärkste Emotion in dem Moment, in dem unsere Spieler aufs Feld kommen – die Jungs, die wir ausgewählt haben, mit denen wir jeden Tag arbeiten und in die wir einen großen Teil unserer täglichen Arbeit investieren. In diesem Moment auch meinen eigenen Namen zu hören, verstärkt das Gefühl, wirklich dazuzugehören. Und dass die Fans „Gabriele Grazzini“ schon jetzt perfekt aussprechen, bringt mich immer noch zum Lächeln.

Rund um ein Spiel passiert außerdem vieles, was die Fans auf den Tribünen gar nicht mitbekommen. Vor jedem Heimspiel erinnert mich die Vorbereitung von Arena und Spielfeld fast an eine Formel-1-Pit-Crew: Jeder weiß genau, wo er sein muss, alles geht schnell, und irgendwie ist im richtigen Moment alles bereit. Dieselbe Sorgfalt spürt man auch darin, wie der Club kommuniziert und sich nach außen präsentiert. Von den Menschen, die hinter den Kulissen arbeiten, über die Eigentümer bis hin zu unseren Partnern und Sponsoren, gibt es eine starke Struktur rund um die Mannschaft, die es uns ermöglicht, uns voll auf Basketball zu konzentrieren – und das sollte man nie als selbstverständlich ansehen.

Die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft ist sehr gesund. Man spürt Ehrgeiz, Konkurrenzdenken und positive Energie, gleichzeitig aber auch das Bewusstsein dafür, wie viel noch vor uns liegt. Wir können konstanter werden und unsere Identität Woche für Woche weiter schärfen.

Die Erwartungen sind klar – und genauso klar ist, welche Saison wir aufbauen wollen. Aber Abkürzungen gibt es nicht. Wir müssen uns alles erarbeiten: Spiel für Spiel, Training für Training, Detail für Detail.

Wir wissen, dass wir im SNP dome auf eure Unterstützung zählen können – genauso wie auf die Fans, die uns auch auswärts begleiten und dort spürbar hinter uns stehen. Jetzt liegt es an uns, euch jede Woche neue Gründe zu geben, diese Energie mitzubringen.

Englische Originalversion:

Looking back at our first three ProA games, I think we can be satisfied with the results, but even more with the way the group has approached this beginning of the season.

Three games, three wins — a good start, certainly, but only the first step. The road ahead is long, and our task now is to build habits, identity and a clearer sense of what kind of team we want to become.

Those opening games already asked very different questions of us. In Tübingen, we had to stay composed and read the game possession by possession. Against ETB Miners, the challenge was to remain serious and disciplined even when the game was moving decisively in our direction. Then, from Friday to Sunday, we had to reset, recover and prepare for a completely different OrangeAcademy team — travel included. I was particularly pleased with how quickly we adapted.

Being the oldest member of our coaching group also means bringing a little more experience to the room. I see part of my role as keeping perspective, helping maintain balance when emotions rise and, whenever possible, seeing the bigger picture beyond the moment.

One thing I noticed very quickly is how seriously everyone approaches daily work. Our staff works with a real sense of responsibility, and that creates a solid environment for the team.

My first home game was special. The presentation in the SNP dome is quite a show, but for me the strongest emotion comes from watching our players step onto the court — the guys we chose, work with every day and invest so much of our daily work in. Hearing my own name in that moment adds to the feeling of belonging. And the fact that the fans already pronounce “Gabriele Grazzini” perfectly still makes me smile.

A lot also happens around a game that fans never see. Before every home game, watching the arena and court being prepared almost feels like watching a Formula 1 pit crew: everyone knows where to be, everything moves quickly, and somehow the whole place is ready at the right moment. The same care goes into how the club communicates and presents itself. From the people working behind the scenes to the ownership, our partners and sponsors, there is a strong structure around the team that allows us to concentrate fully on basketball — something we should never take for granted.

The atmosphere within the group feels very healthy. You can feel the ambition, competitiveness and positive energy, but also an awareness of how much still lies ahead. We can become more consistent and sharpen our identity week by week.

The expectations are clear, and so is the kind of season we want to build. But there are no shortcuts. We have to earn it game by game, practice by practice, detail by detail.

We know we can count on your support in the SNP dome — and also on the fans who follow us on the road and make their presence felt away from home. Now it is up to us to keep giving you reasons to bring that energy every week.