Wir sind uns alle der aktuellen Situation bewusst. Wir sind derzeit Abstiegskandidat Nummer 1. Wir spielen keinen guten Basketball, haben kein Selbstvertrauen und wirken als Team unsicher. Dennoch, und das kann ich vorwegschieben, tun wir alles, um die Situation zu verbessern und den Turnaround zu packen.
Die beiden Niederlagen gegen Nymburk waren ärgerlich und unnötig. Eine zumindest halbwegs solide offensive Leistung hätte gereicht, um beide Partien zu gewinnen. In Berlin waren wir chancenlos. Nach zuvor zwei Spielen und langen Reisen hatte Alba deutlich mehr Energie und ist derzeit schlicht die wesentlich bessere und formstärkere Mannschaft. Die Niederlage war dementsprechend hochverdient – auch in dieser Höhe.
Leider spielt derzeit auch der Kopf in vielen Situationen nicht mit. Folglich treffen wir selbst offene Würfe kaum und machen Fehler, die sonst kaum passieren. Zahlreiche Spieler agieren weit unter ihrem eigentlichen Leistungsvermögen. Dazu gehören Spieler, die in der vergangenen Saison herausragend agiert haben, aber auch neue Akteure. „Winning is a habit“ – das haben wir letztes Jahr im positiven Sinne erleben können. Allerdings gilt dies auch in der anderen Richtung: „losing is a habit“. Diese Erfahrung machen wir aktuell. Dass wir auch verletzungs- und krankheitstechnisch in den vergangenen Tagen und Wochen viel Pech haben, darf ganz bestimmt keine Ausrede sein, spielt aber dennoch eine Rolle.
Durch das Aus in der Champions League können wir nun mehr trainieren. Jedem muss klar sein, dass wir nur gemeinsam aus dieser sehr bescheidenen Situation rauskommen. Jeder muss nochmal einen Schritt mehr gehen. Wir müssen uns diese Erfolgserlebnisse verdienen. Mit hartem Kampf – von der ersten bis zur letzten Sekunde.
Die Verpflichtung von Ryan war für uns sehr wichtig. Auch wenn die ersten drei Spiele mit ihm verloren gingen, haben wir offensiv mehr Struktur. Er kennt das Team, das Team kennt ihn. Ryan hat sofort die Leader-Rolle eingenommen. Dass er anfangs noch etwas „rostig“ agieren würde, war uns bewusst. Allerdings bin ich mir sehr sicher, dass er schon bald deutlich effizienter agieren wird.
Zum Kader: Die Verletzungen von Mike und Sam (vor seiner Verletzung in sehr guter Form) schmerzen natürlich sehr. Zwei unserer besten Verteidiger und Athleten. Bei Mike hoffen wir, dass er schon sehr zeitnah wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Auch haben wir den Markt natürlich weiterhin im Blick. Dennoch sollte allen bewusst sein, dass uns bis auf Bakary Dibba auf den Positionen 1-10 (Andrew hat dann hintenraus auch eine wichtige Rolle gespielt) nun der quasi identische Kader wie vergangene Saison beim Playoff-Run zur Verfügung steht. Dazu haben wir mit Sam, Eric, Kevin gerade defensivstarke Spieler verpflichten können. Auch Dusan kommt nach seiner Verletzung wieder besser in Form. Eine Kaderveränderung muss Sinn ergeben – bei Ryan war dies unumstritten der Fall. Wir tun unser Bestes, die Situation überlegt und mit Bewusstsein für die aktuelle Lage anzugehen. Und wir sind optimistisch, den Turnaround zu packen.
Foto: Tilo Wiedensohler